Die Tonkonserve entsteht!

Geräusche, Worte und Musik sind flüchtig, so wie man sie hört, sind sie verschwunden und man kann ihnen nur gedanklich als Erinnerung folgen. Einiges davon wird als positiv und angenehm im Kopf abgespeichert, anderes als negativ bis sogar gefährlich belegt, weil damit eben auch die Bilder und Erfahrungen verknüpft werden. Die Weitergabe solcher tontechnischen Informationen erfolgte in der Regel dürch erzählen und nachahmen und bei Worten auch durch die schriftliche Form. Immer bestand dabei aber die Gefahr der Veränderung, weil einiges nicht mehr so genau in der Erinnerung war. Die Menschheit kam damit zurecht, war aber nie so richtig zufrieden mit dieser Situation.
 
 

Die Erfindung von Thomas A. Edison

Thomas Alva Edison wurde am 11. Februar 1847 in Milan im Bundesstaat Ohio (USA) geboren. Da seine Eltern schon sehr früh starben, musste er als kleiner 12-jähriger Junge bei einer Eisenbahngesellschaft arbeiten und verkaufte in den Zügen Zeitungen und Süßigkeiten. Mit 15 Jahren brachte er bereits eine Zeitung heraus mit dem Namen "Weekly Herald", die in einem Güterwagen gedruckt wurde.
In diesem Güterwagen hatte Edison auch ein kleines Labor eingerichtet. Als es dann nach einem Experiment zu einer Explosion mit einem daraus folgendem Brand kam, ohrfeigte ihn der Zugführer so hart, dass er auf einem Ohr taub blieb. Außerdem wurde er entlassen. Thomas A. Edison in jungen Jahren
Er arbeitete dann als Telegraphist. Da er immer wieder bastelte, verlor er mehrfach seine Stellung. So entwickelte Edison beispielsweise im Jahre 1868 einen elektrischen Stimmenzähler für das Parlament, der aber nicht zum Einsatz kam, weil den Abgeordneten diese Methode zu wenig kontrollierbar erschien. Auch einen Börsentelegraphen entwickelt er, den er in New York für 24.000 Dollar verkaufen konnte. Er erhielt eine Anstellung bei der Western-Union und entwickelte hier einen Telegraphen. Er überließ denen die Rechte, auch an den künftigen Weiterentwicklungen.
Durch Verbesserungen an dem Telegraphen kam er zu erheblichen Einnahmen. Und die erlaubten ihm, nach Menlo-Park in New Jersey zu ziehen und dort seine Laboratorien zu errichten. Daher stammt dann auch sein Name des Zauberers von Menlo-Park, wie er respektvoll genannt wurde. Seine versuchstechnischen Einrichtungen vergrößerte er ständig und auch die Zahl der hier tätigen Mitarbeiter..
   
Zeichnung Patent Phonograph von Edison


Edison beschäftigte sich auch mit der Erfindung des Alexander Graham Bell und experimentierte mit dem von ihm erfundenen Telefon. Er suchte nach einer Methode, empfangene Telegraphensignale aufzeichnen zu können und sie automatisch wiederholen zu können. Auch hatte er selbst schon ein Telefon erfunden, nur war Bell mit seiner Version schneller fertig. Das hinderte Edison aber nicht, das Mikrofon der Sprechmuschel des Telefons von Bell zu verbessern.
Edisons Phonograph von 1878 
 Als er dann im Sommer 1877 mit den dünnen Membranen experimentierte, wie sie Bell für seine Telefonhörer nutzte, stellte er fest, daß die Membran im Gleichklang mit der Stimme vibrierte. Somit wusste er zwar von den Schwingungen der Membran des Telefons, die er aber eben nicht hören konnte und das brachte ihn auf eine Idee.
Er erkannte, das es auch möglich sein musste, diese Schallwellen nicht nur aufzeichnen, sondern auch wieder in Schall zurückverwandeln zu können. Er lötete eine Nadel an die Membran und machte die Schwingungen mit Wachspapier sichtbar und konnte somit mit den Fingerspitzen diese Schwingungen deutlich spüren. Einige Tage nach diesem Experiment skizzierte er mit ein paar Strichen ein Gerät, das aus einer Kurbel, einer Walze und einer Membran bestand. Er schrieb dazu, was das Ganze kosten durfte (18 Dollar) und gab seinem Werkmeister John Kruesi den Auftrag, diesen Apparat zu bauen.
Am nächsten Tag - der 06. Dezember 1877 - war der Apparat fertig, Thomas A. Edision mit John Kruesi und einige weitere Mitarbeiter versammelten sich um das Gerät. Edison legte ein Blatt Stanniol um die Walze und sprach den Anfang des Kindergedichtes "Mary Hat a Little Lamp" gegen die Membran  auf diese Walze. Dann setzte er die Nadel wieder an den Anfang der Walze, verstellte die Membran und drehte wieder an der Kurbel. Es funktionierte und der Phonograph war geboren.
Das Patent für den Phonographen wurde am 24. Dezember 1877 von Edison angemeldet und am 19. Februar 1878 erteilt. Die neue Sprechmaschine erregte außerordentliches Aufsehen. Eine Schar von Reportern, Journalisten und Schrifststellern kamen nach Menlo-Park und berichteten über das "Wunder des 19. Jahrhunderts".
Bekannt geworden ist Thomas A. Edison aber eigentlich durch die Erfindung der Glühbirne, die ihm am 19. Oktober 1879 gelang. Genau genommen baute er dabei auf dem Wissen anderer auf. Das Patent "US. Pat. Nr. 223898" wird ihm im Jahre 1880 hierfür erteilt. Allerdings definierte er mit einem weiteren Patent die Schraubfassung der Glühlampe. Dabei steht das Schraubgewinde (E)dison 14 für das kleine, (E)dison 27 für das mittlere und (E)dison 40 für das große Gewinde. Der Film über Edison (Concorde)
Der Film "Edison" beschreibt Schwerpunkte seines Lebens. In der Erfinderfabrik von Edison wurden sehr viele Erfindungen gemacht und er sorgte immer dafür, das diese Erfindungen auf seinen Namen eingetragen wurden. Edison war aber auch ein absoluter Geschäftsmann und er erkannte sehr schnell das Potential von Ideen anderer Entwickler und sorgte in fast allen Fällen für eine wirtschaftliche Verwertung.
Thomas Alva Edison starb am 18. Oktober 1931 in New Jersay (USA). Im Verlaufe seines Lebens wurden 1.093 Patente auf ihn angemeldet und das machte ihn mit den daraus entwickelten Produkten zu einem reichen Mann.
   
 

 

Emil Berliner - der Einfluss aus Hannover

Die Erfindung von Thomas A. Edison schaffte eine der Voraussetzungen für die Folgeentwicklungen, die insbesondere durch Emil Berliner aus Hannover möglich wurden. Denn ein Punkt bei Edisons Erfindung des Phonographen war der Nachteil der Walze. Denn jede Walze war ein Unikat und konnte nicht einfach dupliziert werden. Das behinderte die Vermarktung dieser Technologie.
Emil Berliner Und da gab es ja auch noch Emil Berliner aus Hannover (Deutschland). Er wurde am 20. Mai 1851 als Sohn einer angesehenen Kaufmannsfamilie geboren und lebte mit seinen zwölf Geschwistern in recht ärmlichen Verhältnissen und Emil Berliner musste bereits mit 14 Jahren zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Er machte eine Drucker-Lehre und die Einladung eines Verwandten nutzt er, um mit 19 Jahren im Jahre 1870 in die USA auszuwandern. Ein Grund der Ausreise war allerdings auch der drohende Militärdienst in Deutschland. Mit dem Hapag-Dampfer "Hammonia" über Hamburg kommt er nach einer Fahrt von 14 Tagen in New York (USA) an. Von dort reist er nach Washington, um in dem Textilgeschäft des Verwandten zu arbeiten. Bei der Einwanderung ändert er seinen Vornamen auf Emile Berliner.
In den USA begannen schwere Zeiten, er verlor seine Anstellung bei seinem Verwandten, daher zog er nach New York und musste jede Arbeit annehmen, die sich ihm bot. Er war in einem chemischen Labor tätig, beschäftigte sich aber mit der Elektrizitätslehre in seiner Freizeit. Dann kehrte er nach Washington zurück und wurde ´Buchhalter. Außerdem richtete er sich ein kleines Labor ein und beschäftigte sich weiter mit der Elektrizitätstechnik. Und er las viele Bücher über Elektrizität und Akustik.
In seinen Versuchen verbesserte er das Telefon von Bell und konstruierte eine Trommelfellmembran. Im April 1877 meldete er das Patent an, bekam aber nur einen Nutzungsschutz, weil er sich den Anwalt zur Patentanmeldung nicht leisten konnte.
Allerdings war man bei der Bell-Telephone Company an der Erfindung interessiert und man zahlte ihm 75.000 Dollar und er wurde bei der Gesellschaft in Philadelphia angestellt. Dieses kleine Vermögen verschaffte Emil Berliner die Möglichkeit, seine Experimente weiter zu betreiben. Er war ja auf seine Art ein genialer Erfinder und eine seiner ersten Erfindungen war dann ein Mixgetränk aus Sirup, Kaffee und Schokolade, das er "Halb und Halb" nannte. Zur Freude des Inhabers des Drugstores verkaufte sich das Getränk recht gut. Er machte noch einige weitere Erfindungen, doch relevant für die Entwicklung waren dann doch seine Laborversuche.
Emile Berliner läd seine Brüder Joseph und Jacob nach Philadelphia ein und zeigt ihnen Bells Fabrik und sie sind gemeinsam von einer großen Zukunft der Telefon-Technologie überzeugt. Nach ihrer Rückkehr gründen 1881 Joseph und Jacon in Hannover die Telefonfabrik Berliner. Im gleichen Jahr erhält Emile Berliner die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.
   
Patentschrift Deutschland Mit der Erfindung des "Phonographen" von Edison und einer möglichen Weiterentwicklung beschäftigte sich inzwischen auch Alexander Bell  mit seinem Vetter Chichester Bell und Charles Summer Tainter. Daher wurde auch Emile Berliner auf das Thema aufmerksam und er macht sich 1883 selbstständig, um die Tonaufnahme-Technik zu verbessern. Er stellt eigene Versuche zur mechanischen Schallaufzeichnung an. Und er schafft es nach vielen Fehlschlägen, Sprache und Musik in Form einer "Seitenschrift" (im  Gegensatz zur "Tiefenschrift" des Phonographen bei Edison) auf eine Scheibe zu bringen und so konnte er am 26. September 1887 in Washington seine Erfindung zum Patent anmelden.
Am 08. November 1887 wurde ihm auch in seinem Heimatland Deutschland zu der Erfindung ein Patent ausgestellt (siehe Bild links).
Emil Berliner mit seinem ersten Grammophon
Emile Berliners Versuche führten somit zur Grundlage der Tonaufzeichnung und einem Vorläufer der Schallplatte. Auch weil er später dann auch eine Methode fand, die Tonträger zu vervielfältigen und somit nicht jede Platte einzeln bespielt werden musste.
Werbung von 1903
Werbung von 1928
Bei den anfänglichen Versuchen experimentierte Berliner mit einer rußüberzogenen Glasscheibe, dabei gravierte die Aufnahmenadel in den Ruß eine Rille. Nach Härtung des Rußes erhielt die Wiedergabenadel eine stabile Führung.
Bei seinen weiteren Versuchen verwendete Berliner eine Metallplatte aus reinem Zink, die mit einer dünnen Schicht aus Wachs und Benzin beschichtet war. In diese Oberfläche der Zinkplatte wurden dann aus den Schallschwingungen über einen Hörschlauch, der eine Membran anregte, mit dem Aufnahmestichel eine Rille geschrieben. Eine anschließende Behandlung mit einer Chromlösung ätzte dann eine Schallrille von 0,1mm Tiefe in die Zinkplatte. Diese ersten Platten hatten eine Spieldauer von etwa einer Minute und einen Durchmesser von 120mm. Aber der Vorteil zu dem Phonographen von Edison war eben die Möglichkeit, einen Weg zur Vervielfältigung dieser Platten zu finden.
Nach etlichen Versuchen fand Berliner auch hier eine Lösung. Um von den Aufnahmen, die zunächst ja reine Unikate waren, mehrere Kopien zu erhalten, wurde mit einem Galvanisierungsverfahren ein negatives Abbild des Originals erstellt und dieses dann auf etwa 3-4mm Dicke gebracht. Davon wurde mit thermoplastischem Materialien Kopien erstellt, die nach dem abkühlen hart und wiederstandsfähig wurden. Damit war der Anfang gemacht und das Grammophon wurde dann in vielen Haushalten die verbreitete Methode, Musik aus aller Welt zu hören.
     
Grammophon-Werk in Hannover, Kniestraße
Im Jahre 1889 vergibt Emil Berliner Lizenzen zur Herstellung von Grammophonen. Die ersten Geräte mit Handkurbel-Antrieb werden in Deutschland hergestellt. Im Jahre 1895 gründet Berliner in Philadelphia einen eigenen Produktionsbetrieb und nennt ihn Berliner Gramophone Company. Die Brüder Emil und Joseph Berliner gründen die Deutsche Grammophon Gesellschaft in Hannover. Im Jahre 1900 wird dann das legendäre Warenzeichen "Die Stimme seines Herren" (His Master´s Voice) eingetragen. Jubiläums-CD-Set der UML
In den Folgejahren gibt es weitere Entwicklungen zur doppelseitig bespielbaren Schallplatte, die Aufnahmen erfolgen elektro-akustisch (Wegfall der Trichter als Aufnahmegerät), es folgt die elektro-akustische Schallplatte. Emil Berliner stirbt am 03. August 1929 in den Washington D.C. (USA). Er und sein Bruder Joseph sind allerdings in Hannover begraben.
Im Jahre 1941 übernimmt Siemens die Deutsche Grammophon.
Wieder ist es der Standort Hannover, wo 1951 die weltweit erste LP aus Kunststoff hergestellt wird. Im Jahre 1958 werden die ersten Stereo-Langspielplatten und entsprechende Abspielgeräte produziert. Dann folgen 1959 die ersten 17cm-Spritzguss-Platten, 1965 die ersten MusiCasetten und 1970 die ersten quadrophonischen Aufnahmen.
Nach einer Zusammenarbeit von über neun Jahren gründen Philips und Siemens 1971 die PolyGram als Holdinggesellschaft. In 1978/79 werden erste Aufnahmen mit digitalen Mehrspurmaschinen gemacht und entsprechende digital aufgenommene Platten und auch Videoplatten veröffentlicht. Und dann folgt 1981 die Zusammenarbeit mit Philips und Sony an dem Standard Compact Disc. Und somit bleibt es nicht aus, dass das Preßwerk der PolyGram in Hannover dann 1982  weltweit das erste Werk war, das die serienmäßige Herstellung der neuen Silberscheibe feiern konnte.
Alles das basiert letztlich auf dem Erfindergeist von Emil Berliner und die Geschichte zu Hannover und der PolyGram ist damit noch nicht zu Ende. Die weiteren technologischen Entwicklungen werden auch in den Folgejahren aus den Werken in Hannover mitbestimmt. Diese werden aber nach Fertigstellung der Inhalte unter dem Titel "PolyGram" bei den Presswerken erzählt.
   
Vielleicht noch eine Zahl: Bereits im Jahre 1996 kann die PolyGram in Hannover auf die stolze Zahl von 1.000.000.000 CDs zurückblicken, die dort hergestellt wurden! Würde man die Disc nebeneinander legen, ergibt sich daraus eine Entfernung, die cirka dem dreimaligen Äquatorumfang entspricht.
Bilder © Emil Berliner Studios
 
 
 
 

Ach übrigens... Thomas Alva Edison kannte bereits die CD

 
Historisch verbrieft ist ja die Tatsache, dass Thomas A. Edison im Jahre 1877 den "Phonographen" erfunden hat, mit dem er erstmals Schallereignisse aufzeichnen konnte. Als erstes Tondokument wird ja auch im gleichen Jahr der berühmte Satz "Mary Had A Little Lamb" nachweislich dokumentiert. Edison-Sampler Sony-DADC (Österreich)
Was offensichtlich alles so nicht stimmt, denn das Bild rechts zeigt eindeutig, dass Edison bereits die CD kannte. Denn wie man sehen kann, hält er in der rechten Hand eine Disc. Und bekanntermaßen lügen ja Bilder nicht!
Oder vielleicht war er noch genialer, als die Welt bisher wusste und er hat auch noch gleichzeitig die Compact Disc erfunden und Jahrzehnte lang wussten wir das überhaupt nicht?
Da stellt sich doch die Frage, warum musste die Welt bis 1982 warten, bis die CD eingeführt wurde? Und in welchen Schubladen war das Wissen um die Technologie der Compact Disc so lange versteckt?
Hintergrund: Das Presswerk der Sony DADC hatte zur Eröffnung des Werkes in Anif/Salzburg (Österreich) im Juli 1987 für die eingeladenen Gäste der Eröffnungsfeier ein 3-CD-Set als Geschenk und diese CD ist eine aus dem Set (18 Track). Der Inhalt sind historische Aufnahmen aus dem Nachlass von Edison. Diese CD wurde auch zur Eröffnung des Preßwerkes in Terra Haute (USA) im Jahre 1984 in leicht geänderter Version (19 Track) an die Gäste überreicht!
   
   
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